Schäfer der Westküste

Über das Tauziehen

Der Wettkampf


Bei vielen Bergturnfesten im deutschsprachigen Raum Tradition:
Tauziehen beim Jahn-Bergturnfest auf dem Bückeberg in Niedersachsen

Kraft, Ausdauer, Technik und mentale Stärke machen aus einem
Hobbysport einen echten Hochleistungssport, welcher auf nationaler
und internationaler Ebene von austrainierten Athleten betrieben wird.
Jedes Jahr finden internationale Wettkämpfe statt, an ungeraden
Jahren Europameisterschaften, an geraden Jahren Weltmeisterschaften.
Führende Nationen sind die Schweiz, die Niederlande, Irland, Spanien,
Schweden und Deutschland.

Bei Wettkämpfen stehen sich jeweils acht Athleten gegenüber.
Einteilung der Gewichtsklassen (international):
Frauen (bis 480 kg, bis 520 kg, bis 560 kg);
Männer (bis 520 kg, bis 560 kg, bis 600 kg, bis 640 kg, bis 680 kg,
bis 720 kg, über 720 kg).

Ein Wettkampf besteht aus einer Vorrunde und einer Finalrunde.
In der Vorrunde treten alle Mannschaften einer Gruppe gegeneinander an.
Pro Begegnung werden zwei Züge ausgetragen. Für jeden gewonnenen
Zug erhält die Siegermannschaft einen Punkt, die vier erstplatzierten
Mannschaften kommen in die Finalrunde. Dort wird zunächst in einem
Semifinale ermittelt, welche beiden Mannschaften die Finalbegegnung
bestreiten. Danach werden Entscheidungszüge durchgeführt für Platz 5
und höher. Dann wird der Kampf um Platz 3 von den Verlieren des
Semifinales ausgetragen; zum Schluss des Wettkampfs findet das
Finale statt. Während der Finalrunde (Semifinale, Entscheidungszüge, Finale)
muss aus jeder Begegnung ein Sieger hervorgehen. Bei einem Unentschieden
nach 2 Zügen muss daher ein Entscheidungszug durchgeführt werden.

Die Schuhe der Athleten dürfen keine Metallspitzen aufweisen, die Sohlen
müssen glatt sein und eine Metallplatte von max. 6,5 Millimetern darf an
den Schuhen auf dem Absatz angebracht sein. Den Athleten ist es nicht
gestattet, Handschuhe zu tragen. Sie dürfen jedoch Harz auf ihre Hände
auftragen, um das Festhalten zu erleichtern.

Geschichte

Tauziehen 1914

Der Seilziehwettkampf ist aus antiken Zeremonien und Kulthandlungen
entstanden. Hinweise auf rituelle Ursprünge wurden in Burma, Indien,
Borneo, Korea, Hawaii, Kongo, Neuseeland und Neuguinea gefunden.
Das Seilziehen diente damals als Symbol für den Kampf zwischen Gut und Böse.

Tauziehen entwickelte sich später zu einem sportlichen Wettkampf.
Eine Wandzeichnung im Grabmal des Merera-ku in Sakkara (Ägypten)
weist darauf hin. Im antiken Griechenland (ab ca. 500 v. Chr.) wurde
das Seilziehen vor allem als Training für andere Sportarten ausgeübt.
Im 12. Jahrhundert wurden Tauziehwettkämpfe am Hof des chinesischen
Kaisers veranstaltet, im 13. und 14. Jahrhundert auch in der Mongolei
und in der Türkei.

Im westlichen Europa ist das Tauziehen erst ab etwa 1000 nachweisbar;
in skandinavischen und germanischen Heldensagen, die von „kräftigen Spielen“
berichten. Im 15. und 16. Jahrhundert erschien das Tauziehen in Frankreich und
Großbritannien. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Sport organisiert
betrieben. Zuerst bildeten sich einzelne Vereine, später dann Verbände.
Tauziehen wurde zunächst als Leichtathletikdisziplin betrachtet.

Tauziehen war von 1900 bis 1920 olympische Sportart. Die Sportart wurde
danach aus dem Programm gestrichen, weil das IOC eine Reduktion der
Teilnehmerzahl erreichen wollte. Da die Leichtathletikverbände sich nicht
mehr um das Tauziehen kümmerten, bildeten sich unabhängige Vereine
und Landesverbände. 1964 wurde der Weltverband TWIF
(Tug of War International Federation) gegründet. Die ersten
Europameisterschaften wurden 1964 durchgeführt, die ersten
Weltmeisterschaften 1975. Seit 1981 nimmt der Tauziehweltverband
am Programm der World Games teil.







Bisher stattgefundene Unfälle beim Tauziehen
lassen sich im Wesentlichen auf zwei Ursachen zurückführen:

Seilriss durch Überlastung

Aufeinander oder zu Boden stürzende Teilnehmer können schwer verletzt werden.
Vom Risspunkt zurückschnellende Seilenden können – insbesondere bei dehnbaren Seilen
– gewaltige Kräfte ausüben, Menschen durch die Luft schleudern und schwerste
Verletzungen verursachen. Auch Zuschauer können bei ungenügendem Abstand verletzt werden.

Falsche Seilhaltung

Seilschlingen um Körperteile können zu Quetschungen bis zur Amputation führen.

Es kann auch fürchterlich enden...

Diese Informationen stammen von Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Tauziehen

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